Die Bundestagswahl 2025 ist gelaufen. Wahlsieger ist die CDU/CSU, der nächste deutsche Bundeskanzler heißt wohl Friedrich Merz. Die SPD rund um Olaf Scholz fährt das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein, die AfD dagegen verdoppelt ihre Werte seit der letzten Wahl. FDP und BSW fliegen aus dem Bundestag, weil sie an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern (alle Infos zur Wahl findest du hier <<)
AfD Top, SPD Flop – ein Bild, das sich auch in den einstigen Arbeiter-Hochburgen im Ruhrgebiet zeigt, auf die die Sozialdemokraten früher noch sicher setzen konnten. Jetzt zeigt sich beispielsweise in Gelsenkirchen ein ganz anderes Szenario. Und das könnte ein ernstes Nachspiel haben.
AfD wird stärkste Kraft in Gelsenkirchen
Gelsenkirchens SPD-Kandidat Markus Töns holte zwar mit mehr als 31 Prozent die meisten Erststimmen – doch im Gesamtvergleich konnte die AfD bei der Bundestagswahl 2025 die meisten Stimmen in Gelsenkirchen für sich gewinnen. 24,6 Prozent, also knapp jeder vierte Gelsenkirchener, machte sein Kreuz bei der „Alternative für Deutschland“. Damit konnte die Partei die Werte der letzten Bundestagswahl 2021 mehr als verdoppeln. Die SPD konnte ihre einstige Spitzenposition mit 24,1 Prozent der Stimmen nicht mehr verteidigen (>> hier mehr dazu).
Diese Ergebnisse haben jedoch nicht nur Folgen für die Zusammensetzung des Bundestags in Berlin – sondern womöglich auch für Gelsenkirchen selbst. Denn am 14. September 2025 finden Kommunalwahlen in NRW statt. Dabei wird sich auch in Gelsenkirchen entscheiden, wer künftig als Oberbürgermeister im Rathaus sitzt.
Was droht im September?
Die aktuelle Amtsträgerin Karin Welge (SPD) hat bereits verkündet, dass sie sich im September nicht noch einmal zur Wahl stellen wird. Ob sich der große Gelsenkirchener Zuspruch für die AfD nun auch bei den Kommunalwahlen 2025 bemerkbar machen wird? Ein AfD-Bürgermeister in Gelsenkirchen wäre schon für sich betrachtet eine Zäsur – doch das ist noch nicht alles.
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Denn obwohl die die AfD in der Revierstadt die stärkste Kraft geworden ist, sind die Abstände zur SPD (0,5 Prozentpunkte) und zur CDU (knapp 2 Prozentpunkte) nicht besonders groß. Bleibt es bis zur Kommunalwahl in einem halben Jahr ähnlich eng mit der Stimmenverteilung, könnte sogar eine Stichwahl um den Bürgermeister-Posten drohen – und eine Bürgermeister-Stichwahl mit einem AfD-Kandidaten hat es im Ruhrpott bislang noch nicht gegeben.