Das so wichtige Rückspiel im Achtelfinale der Champions League begann für Borussia Dortmund denkbar schlecht. Kaum war Lille – Dortmund angepfiffen, da stand es auch schon 0:1. Jonathan David schockte Schwarzgelb unter dankbarer Mithilfe von Gregor Kobel mit dem frühen Gegentor.
Kurz darauf war erst einmal Pause. Nach nicht einmal acht Minuten unterbrach der Schiedsrichter Lille – Dortmund. Nach einer kurzen Verwirrung am TV wurde auch den deutschen Fans der Grund klar.
Lille – Dortmund: Schiedsrichter mit ungewöhnlicher Unterbrechung
An heißen Tagen gibt es in der Bundesliga schon mal eine Trinkpause. Dass eine Partie aber nach nur acht Minuten geplant unterbrochen wird, kommt praktisch nie vor. Im Achtelfinal-Rückspiel des BVB staunte so mancher Dortmunder Fan nicht schlecht, als der Schiedsrichter die Partie früh unterbrach und sich eine ganze Reihe von Spielern zur Seitenlinie aufmachten.
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Der Hintergrund: Wir befinden uns im muslimischen Fastenmonat Ramadan. Viele Gläubige essen und trinken in dieser Zeit erst nach Sonnenuntergang. Das beeinträchtig auch die Leistungsfähigkeit, was sich bei Profi-Sportlern auf diesem hohen Niveau schneller bemerkbar macht. Um die Fastenzeit der muslimischen Spieler nicht unnötig zu verlängern, wurde exakt zum Sonnenuntergang eine Essens- und Trinkpause eingelegt.
Ramadan-Pause für muslimische Spieler
Mehrere Spieler nutzten die Gelegenheit, darunter auch Star-Stürmer Serhou Guirassy. Er erklärte bereits am Tag vor Lille – Dortmund, dass ihm der Ramadan Kraft gebe, er hier und da aber in der Schlussphase einer Partie mit dem Energiemangel zu kämpfen habe.
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In der Bundesliga ist eine Ramadan-Pause übrigens nicht festgeschrieben, aber ebenfalls möglich. Angewandt wird sie aber nur selten. In Frankreich, einem Land mit großer muslimischer Minderheit und ebenfalls vielen islamischen Spielern, ist sie bei Abendspielen gang und gäbe.