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Schule in NRW: Handy-Verbot im Nachbarland – bald auch bei uns?

Hessen will die Nutzung von Handys an Schulen grundsätzlich verbieten. Kommt das Handyverbot auch auf die Schüler in NRW?

© IMAGO/MiS

Handysucht - Kann man süchtig nach seinem Smartphone sein?

Symptome und Verhaltensmuster bei einer Handysucht

Ding, dong! Ab dem kommenden Schuljahr heißt es in Hessen: „Hirn an, Handy aus!“ Denn wenn die Schulglocke läutet, dürfen Schüler ihre Handys nicht mehr benutzen. Das bedeutet konkret: Telefonieren, WhatsApp und Co. sind streng verboten – wer erwischt wird, muss das Telefon bis zum Ende des Schultages abgeben.

Könnte diese Handy-Verbannung auch auf die Kinder aus NRW zukommen? Ein Experte spricht jetzt Klartext.

Handyverbot in Hessen: Bald auch an NRW-Schulen?

Bald dürfen Schülerinnen und Schüler in Hessen ihr Handy zwar mit in die Schule nehmen, aber erst nach dem Unterricht wieder einschalten. Eventuell soll es laut WDR Ausnahmen an weiterführenden Schulen geben – zum Beispiel für einen abgetrennten Bereich der Oberstufe – oder wenn die Smartphones für den Unterricht benötigt werden. An allen Grundschulen gilt jedoch ein absolutes Verbot – nur in Notfällen dürfen die Schüler ein Mobiltelefon dabei haben.

Noch schärfere Regeln will Hessen aber nicht durchsetzen. Grund: Viele Schülerinnen und Schüler haben zum Beispiel ihr digitales Busticket auf dem Handy. Außerdem sollen sie vor und nach der Schule mit Eltern, Familie und Freunden kommunizieren können – außerhalb des Schulgeländes.

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Ein wichtiger Grund für dieses Verbot ist die Sorge, dass die Endgeräte auf dem Schulhof zum Mobben oder zur Verbreitung von schädlichen Inhalten genutzt werden. Hessens Kultusminister Armin Schwarz (56, CDU) sagte dazu gegenüber „Bild“: „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie sich eine ausufernde Smartphone-Nutzung mit teilweise verstörenden Inhalten auf Social Media weiter negativ auf die psychische Gesundheit und Lernfähigkeit junger Menschen auswirkt.“

„Jugendliche brauchen Verbote“

Und auch in NRW findet der Medienexperte Robert de Lubomirz-Treter von der Landesmedienanstalt viele der Ansichten aus Hessen nachvollziehbar. „Kinder und Jugendliche brauchen auf jeden Fall Regeln und auch Verbote“, so der Experte gegenüber dem WDR. „Dadurch kann man die Zeit, die man am Handy verbringt, viel besser wertschätzen.“

Im Gegensatz zum Vorreiter-Bundesland möchte er jedoch kein komplettes Handy-Verbot. Stattdessen empfiehlt er Lehrkräften, Handys gezielt einzusetzen, wenn sie den Unterricht sinnvoll bereichern können. Das Schulministerium in NRW will die Regeln nun überarbeiten. „Die aktuellen Vorgaben sollen weiterentwickelt werden“, heißt es aus dem Ministerium. Ziel sei es, dass alle Schulen in NRW klare, altersgerechte Regelungen für die Handynutzung festlegen.


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Ob und wann es in NRW ebenfalls eine solche Regelung oder gar ein Verbot geben wird, bleibt also noch spannend. Übrigens: In Ländern wie Italien, Luxemburg, Frankreich und den Niederlanden gibt es ähnliche Verbote bereits.