Die fünfte Jahreszeit steht vor der Tür und Köln wird wieder zur närrischen Hochburg. Ob jeck bei den Traditionsveranstaltungen, familiär bei den Schull- und Veedelszöch oder ausgelassen beim Rosenmontagszug – die Domstadt bietet auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm für alle Jecken und Narren.
Einen Überblick über die wichtigsten Veranstaltungen von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag findest du HIER.
Weiberfastnacht: Highlights im Überblick
Die Weiberfastnacht beginnt traditionell mit dem „Bellejeckzoch“ auf dem Bahnhofsvorplatz (Trankgasse 11), wo sich die Jecken um 7.45 Uhr versammeln. Dies ist der erste Zug am Wieverfastelovend und der erste offizielle Auftritt des Dreigestirns. Weiter geht es zur Hofburg, wo das Kölner Dreigestirn um 8.45 Uhr geweckt wird, anschließend gibt es Kölsch und Musik zum Ausklang. Der Eintritt ist frei.
Es treibt aber auch viele zum Alten Markt in der Kölner Altstadt, wo die Eröffnung des Straßenkarnevals gefeiert wird. Dort beginnt das Programm um 9.30 Uhr, aber Achtung: Einlass ist bereits ab 8.30 Uhr, es lohnt sich also, früh da zu sein. Auf der Bühne treten Tanzgruppen, Karnevalsbands und das Dreigestirn auf. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Björn Braun, Präsident der Altstädter Köln 1922 e.V. Später, um 11.11 Uhr, übergibt Oberbürgermeisterin Henriette Reker symbolisch den Stadtschlüssel an das Dreigestirn. Die Karten für die Veranstaltung sind offiziell ausverkauft, es gibt aber noch die Möglichkeit, über Ticketbörsen an Karten zu kommen.
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Eine weitere beliebte Tradition an Weiberfastnacht ist das historische Spiel „Jan un Griet“ auf dem Chlodwigplatz. Vor dem „Spill an d’r Vringspooz“ zieht das versammelte Reiterkorps Jan von Werth ab 14.30 Uhr gemeinsam von der Innenstadt (Schildergasse/Ecke An St. Agatha) über die Severinstraße zum Chlodwigplatz. Der Eintritt ist frei.
Außerdem laden die Blauen Funken am 27. Februar zu Kölns ältestem und größtem Kostümball in den Gürzenich ein. Auf zwei Bühnen wird neben Karnevalsmusik auch internationale moderne Musik gespielt. Die Karten sind leider schon ausverkauft, aber über Ticketbörsen kann man noch an Karten kommen.
Karnevalsfreitag- und samstag: Alle wichtigen Veranstaltungen
Beim Sternmarsch treffen sich am Freitag wieder die Kölner Veedelsvereine aus allen Himmelsrichtungen am Alter Markt. Der Eintritt ist frei, aber die Plätze sind heiß begehrt. Wer mitfeiern will, sollte früh da sein. In der Regel sind die Tribünen ab 16 Uhr geöffnet, das Programm beginnt gegen 18 Uhr.
Am Karnevalssamstag feiern auch die Roten Funken: Dann schlägt das älteste Traditionskorps Kölns traditionell sein Biwak auf dem Neumarkt auf. Hier, wo 1823 der erste Kölner Karnevalsumzug stattfand, gibt es ab 9 Uhr Erbsensuppe und Kölsch. Der Eintritt ist frei, allerdings kann es auf dem Neumarkt schnell voll werden, so dass eine Eintrittskarte für 15 Euro – ein „Passeerscheng“ (Kölsch für „Passierschein“) – eine gute Möglichkeit ist, um garantiert Einlass und ein frisches Glas Kölsch zu bekommen.
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Wer auch mal ohne Karneval, dafür aber mit moderner Musik feiern möchte, ist beim Affenkäfig Karnevalsrave in der Essigfabrik genau richtig. Diese geht über zwei Nächte und wird am Sonntag im Artheater fortgesetzt. Tickets gibt es ab 20 Euro.
Umzüge in den Veedeln: Karnevalssonntag und Rosenmontag
Die Schull- un Veedelszöch ist ein echtes Familienereignis: Tausende von Schülern und Vereinsmitgliedern ziehen in bunten und fantasievollen Kostümen und Wagen durch die Kölner Innenstadt. Der Zug beginnt um 11.11 Uhr am Chlodwigplatz und führt bis zur Stolkgasse. Der Eintritt ist frei. Auch wenn bei den „großen“ Schull- und Veedelszöch in der Innenstadt mehr als 50 Stadtteilvereine mit von der Partie sind, ist der Sonntag (neben Weiberfastnacht) der Tag der Veedelsumzüge. In über 20 Stadtteilen ziehen die Jecken durch die Straßen.
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Am Rosenmontag startet um 10 Uhr der närrische Zug. Rund 11.500 Teilnehmer ziehen dann in einem mehr als fünfstündigen Umzug durch Köln und verteilen Süßigkeiten, Strüßjer (Blumensträuße) und andere Geschenke. Der Rosenmontagszug steht in diesem Jahr unter dem Motto „FasteLOVEnd – Wenn Dräum widder blöhe“, wobei die Karnevalisten auf den fantasievoll gestalteten Wagen aktuelle politische und gesellschaftliche Themen aufs Korn nehmen. Hier die aktuelle Zugstrecke im Überblick:
Veilchendienstag: Nubbelverbrennung
„Der Nubbel ist schuld!“ Mit diesem Satz wird am Veilchendienstag vor vielen Kölner Kneipen der Nubbel verbrannt. Und damit die Sünden des Karnevals gebüßt. Die meisten Veranstaltungen finden in und vor den Kneipen im Kwartier Latäng sowie in der Süd- und Altstadt statt. Dabei beginnt das Ritual am späten Abend, oft gegen Mitternacht, mit einer kurzen Ansprache. In dieser macht ein als Priester verkleideter Jeck den Nubbel – eine große, meist mit Hemd und Hose bekleidete Strohpuppe – für alle Verfehlungen des Karnevals verantwortlich. Der Nubbel wird so zum Sündenbock.
Durch seine Verbrennung wird der Sünder geläutert und von seinen schändlichen Taten gereinigt. Die Verbrennung des Sündenbocks befreit gleichzeitig die Anwesenden von ihren Sünden. Es gibt zahlreiche Orte, an denen der Nubbel verbrannt wird. HIER eine kleine Übersicht:
Stadtteil | Kneipe + Uhrzeit |
Altstadt Nord | Brauhaus Sion ab 18 Uhr |
Altstadt Süd | Ubierschänke ab ca. 23.30 |
Ehrenfeld | Bumann & Sohn ab 18 Uhr |
Eigelstein | Em Kölsche Boor ab 23 Uhr |
Neustadt-Nord | Kwartier Latäng (Roonstraße) ab 23.45 Uhr vor Hellers Brauhaus |
Nippes | Gasthaus im 1/4 ab 24 Uhr |
Südstadt | Severinstorburg Beginn ab 18 Uhr, Trauerzug ab 22 Uhr, anschließend Nubbel-Verbrennung am Chlodwigplatz |
Innenstadt | Schaafenstraße ab 22 Uhr |
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Eines ist sicher: Von Weiberfastnacht (27. Februar) bis Veilchendienstag (4. März) ist für jeden Jecken etwas dabei. Wo die besten Partys in den Kneipen der Veedel gefeiert werden, erfährst du HIER.