Veröffentlicht inRegion

Führerschein in NRW: Kuriose Idee aus Berlin! Sitzen bald Soldaten als Prüfer im Auto?

In Berlin ist eine kuriose Idee im Umlauf: Soldaten und Bundespolizisten sollen als Führerschein-Prüfer im Auto sitzen! Auch in NRW?

© Imago

Deutschlandticket bei der Steuererklärung angeben: Achtung, das kann dich viel Geld kosten!

Welche finanziellen Vorteile gibt es für Berufspendler bei der Steuererklärung? Finanzexperte Simon Neumann klärt auf.

Ernsthafte Idee oder nur ein kurioser Vorschlag aus Berlin? In der Hauptstadt gibt es einen riesigen Stau bei Führerscheinprüfungen. Der Senat plant jetzt, auf die Hilfe von Bundeswehr und Bundespolizei zurückzugreifen. Der Vorschlag hat es in sich: Soldaten und Bundespolizisten sollen in Berlin als Fahrprüfer eingesetzt werden.

So sollen Tüv und Dekra entlastet und mehr Prüfungstermine angeboten werden können. Darüber berichtete auch unser Partnerportal BERLIN LIVE. Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU): „Dekra und Tüv haben zugesagt, dass sie vermehrt Gastprüfer aus der Bundeswehr und der Bundespolizei einsetzen werden.“ Ist das auch eine Option für NRW?

Führerschein in NRW: Sitzen bald Soldaten als Prüfer im Auto?

Wie DER WESTEN auf Nachfrage erfuhr, ist der Tüv Rheinland dieser Idee gegenüber aufgeschlossen. Ein Sprecher zu DER WESTEN: „Zunächst mal ist das ein Vorschlag, der durchaus diskussionswürdig ist. Das wird ja erstmal diskutiert, würde also noch etwas dauern, bis es auch von Gesetz wegen in Blei gegossen wird.“

Der Sprecher weiter: „Glücklicherweise ist der Prüfungsstau in NRW nicht zu vergleichen mit der Situation in Berlin. Dort sind viele Prüftermine während der Corona-Pandemie ausgefallen und nach hinten verschoben worden. Allerdings ist es zunächst mal ein Vorteil für alle, wenn man grundsätzlich mehr Prüfer zur Auswahl hätte.“

Dekra sieht Idee positiv – NRW-Verkehrsministerium gelassen

Zudem sei es schwierig, in Deutschland überhaupt Fahrprüfer zu werden. Man benötige dafür ein abgeschlossenes Ingenieurs-Studium, dazu noch eine spezielle Fahrprüfer-Ausbildung. Und auch die Bezahlung ist nicht die Beste. Der Tüv-Sprecher schlussfolgert: „Logisch, dass uns die Prüfer nicht auf den Bäumen wachsen.“


Mehr News:


Auch das Prüfunternehmen Dekra steht der Idee positiv gegenüber. Ein Sprecher auf DER WESTEN-Anfrage: „Fahrerlaubnisprüfer aus anderen Bundesländern als in denen, in denen Dekra im Einsatz ist, werden bereits seit einigen Monaten in Berlin eingesetzt. Das soll künftig noch intensiviert werden. Auch Bundeswehr-Sachverständige sind bereits punktuell für Dekra als Prüfer tätig. Dem Einsatz stehen wir grundsätzlich positiv gegenüber, soweit die zuständigen Behörden dem zustimmen und die betreffenden Sachverständigen in unsere Qualitätssicherungs- und Schulungssysteme eingebunden werden.“

Im NRW-Verkehrsministerium sieht man die Idee aus Berlin gelassen. Eine Sprecherin des Hauses von Minister Oliver Krischer (54, Grüne) zu DER WESTEN: „In NRW stellt sich diese Frage derzeit nicht. Uns sind zurzeit keine nennenswerten Wartezeiten, weder für die theoretische noch für die praktische Fahrerlaubnisprüfung, bekannt.“ Na, bleibt abzuwarten, ob sich daran noch etwas ändert.