Wenn der Glaube für alle sichtbar nach außen getragen wird: Der neue US-Außenminister Marco Rubio präsentierte sich beim rechten Sender Fox News mit einem großen Kreuz auf der Stirn. Der TV-Auftritt irritierte viele Menschen. Was will der 53-Jährige im Kabinett von Donald Trump damit ausdrücken?
Es geht dabei um eine katholische Tradition, die heutzutage kaum noch jemanden bekannt ist. Rubio, dessen Eltern auch Kuba stammen, ist Katholik.
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Trump-Außenminister: Das hat es mit dem Aschekreuz auf sich
Am Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit für 40 Tage, erhalten Katholiken vom Pastor im Gottesdienst ein Aschekreuz auf die Stirn. Es soll symbolisch an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern („Bedenke, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehren wirst“) sowie zur Buße und Umkehr mahnen. Seit dem 11. Jahrhundert gibt es diese kirchliche Tradition.
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- Geboren am 28. Mai 1971 als Kind kubanischer Exilanten
- Er war Senator für Florida
- Im Jahr 2016 trat er bei den Vorwahlen der Republikaner als Präsidentschaftskandidat an – und verlor gegen Trump
- Rubio ist verheiratet und hat vier Kinder
So ist also davon auszugehen, dass auch der Trump-Minister vor seinem Fox-Interview in der Kirche war und sich das auffällige Kreuz auf die Stirn malen ließ. Dass er damit allerdings vor dem Millionenpublikum aufgetreten ist, sorgt für Kritik. Beispielsweise vom Sicherheitsexperten Peter R. Neumann, Professor am King’s College London.
„Ich bin ja selbst Katholik und hatte viele Male schon ein Aschekreuz auf meiner Stirn. Aber als hochrangiger öffentlicher Repräsentant, noch dazu in einem säkularen Staat, wäre das nicht meine Sache. Meine (persönliche) Meinung: völlig unnötige Identitätspolitik“.
Peter R. Neumann auf X
Es gibt keine feste Regel, wie lange die Katholiken das Kreuz am Aschermittwoch tragen sollen. Viele lassen es bis zum Abend auf ihrer Stirn, bis es mehr und mehr verblasst. Andere waschen es früher ab.
US-Präsident auch Christ? Das ist bekannt über seinen Glauben
Trump selber würde sich wohl nie mit einem Aschekreuz zeigen. Er wuchs als Mitglied der protestantischen presbyterianischen Kirche auf. Im Jahr 2020 bezeichnete er sich als „nicht konfessionsgebundener Christ“.
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