Ein großes Nutella-Plakat direkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächniskirche in Berlin mit dem Slogan: „Lieber braun auf’s Brot als braun im Kopf! Gegen Rassismus, Intoleranz und die rechte Hetze der AfD!“
Eine Plakatwand von Burger King an einer Haltestelle mit der Aufschrift: „Wut-Burger gibt’s hier nicht…dafür richtig leckere Gut-Burger! Wir stehen für Toleranz und gegen Rassismus und Antisemitismus.“
„Besorgte Burger? Bei uns nicht!“ auf einer McDonald’s-Anzeige.
Was täuschend echt aussieht, ist in Wirklichkeit Fake. Im Netz kursieren momentan zahlreiche solcher Plakate. Doch was steckt dahinter?
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Plakate von McDonald’s, Burger Kind und Nutella durch „Adbusting“ verfälscht
Zu den falschen Plakaten hat sich die „Stay Behind Foundation“ bekannt. Der Name der Methode ergibt sich aus den englischen Begriffen „Ad“ (Werbung) und „to bust“ (kaputt machen). Auf ihrer Website schreiben sie: „Am Morgen des 10.12.2018 kaperten AktivistInnen unseres Netzwerkes eine Werbefläche in Berlin Zoologischer Garten.“
Mit den gefälschten Plakaten bringen die Aktivisten die großen Unternehmen in Erklärungsnot. Sie knacken die Kästen, um die Plakate anzubringen. Zumeist bleibt die Fake-Werbung nur wenige Stunden hängen, denn die Firmen, die für die Außenwerbung zuständig sind, reagieren schnell.
Zurückhaltend reagieren die betroffenen Unternehmen wie McDonald’s, Burger King und Ferrero (Nutella). Dennoch müssen sie sich plötzlich positionieren.
Bei Twitter beispielsweise reagierte das Social-Media-Team von McDonald’s prompt und schrieb: „Schlechte Kopie unserer CI. 100% unsere Haltung!“ CI meint Comporate Identity, also die Außendarstellung eines Unternehmens in der Öffentlichkeit.
Trotz Fake-Plakat distanziert sich die Fastfood-Kette also nicht von der Aktion.
AfD versucht Aktion zu kopieren
Die AfD ihrerseits sorgte ebenfalls mit einer „Adbusting“-Aktion für Aufsehen. Der Berliner Verband teilte bei Twitter eine Fotomontage einer Pepsi Werbung. Hersteller Pepsi distanzierte sich aber.
Für Björn Höcke, den Thüringer AfD-Chef, wiederum Anlass, auf einen lokalen Cola-Hersteller aufmerksam zu machen. Mit den Worten „In Thüringen trinkt man VitaCola. Diese Limonade ist hier inzwischen Marktführer, beliebter als Coca Cola“ versuchte er zu punkten.
Doch stellte das Unternehmen Thüringer Waldquell mit: Wir haben damit nichts zu tun. (mb)